Bestes Funksystem für Gitarre unter 150 €: unser Vergleich 2026

Unsere Empfehlungen auf einen Blick

- Angegebene Latenz unter 5 ms, beim Spielen nicht wahrnehmbar
- Ladeetui: rund 3 Ladungen, also ≈ 15 h Reserve
- Der Sender allein hält nur ≈ 4 h durch

- 5 ms Latenz, 4 wählbare Kanäle
- Um 220° drehbarer Klinkenstecker, passt in fast jede Buchse
- ≈ 5 h Laufzeit, ohne mobile Nachladung

- Angegebene Latenz unter 5,6 ms, 4 Kanäle
- 35 m Reichweite im Freifeld, um 225° drehbarer Stecker
- ≈ 4 h Laufzeit (450-mAh-Akku)
Kabellos zu spielen ist längst kein Luxus mehr, der Tourneen vorbehalten wäre: Für unter 150 € liefert ein modernes Gitarren-Funksystem eine nicht wahrnehmbare Latenz und eine stabile Verbindung im Proberaum wie auf der Bühne. Unsere Wahl fällt auf das NUX B-5RC: angegebene Latenz unter 5 ms, 30 Meter Reichweite und vor allem ein Ladeetui, das das eigentliche Alltagsproblem des Funkbetriebs löst — den Akku. Das Xvive U2 bleibt der sichere Wert, bewährt durch jahrelange Nutzerrückmeldungen, und das Harley Benton AirBorne 5.8GHz öffnet den Funkbetrieb zum Drittel des Preises. So schneiden diese drei Systeme laut Datenblättern und Nutzerrückmeldungen im Vergleich ab.
Vergleichstabelle
| System | Band | Latenz | Senderlaufzeit | Reichweite | Richtpreis | Für wen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| NUX B-5RC | 2,4 GHz | < 5 ms | ≈ 4 h, + Ladeetui (≈ 3 Ladungen, ≈ 15 h Reserve) | ≈ 30 m | ≈ 115 € | Wer zwischen Probe und Konzert pendelt |
| Xvive U2 | 2,4 GHz | 5 ms | ≈ 5 h | ≈ 21 m auf Sicht | ≈ 122 € | Pragmatiker, die Bewährtes wollen |
| Harley Benton AirBorne 5.8GHz | 5,8 GHz | < 5,6 ms | ≈ 4 h | ≈ 35 m im Freifeld | ≈ 49 € | Der günstige Einstieg in den Funkbetrieb |
Preise wie bei Thomann zum Aktualisierungsdatum des Artikels; sie können sich ändern. Reichweiten und Latenzen sind Herstellerangaben.
Wie wir ausgewählt haben
Dieser Vergleich ist eine dokumentierte Recherche: Wir haben die Datenblätter der Hersteller mit Nutzerrückmeldungen auf Händlerseiten und in Fachforen abgeglichen, ohne zu behaupten, jedes System selbst in der Hand gehabt zu haben. Zwei bemerkenswerte Abwesende verlangen eine Erklärung. Das Line 6 Relay G10 II, lange die Referenz der Kategorie, ist aus dem Thomann-Katalog verschwunden und fällt damit aus diesem Vergleich. Das Boss WL-20 wiederum überschreitet inzwischen die 150-€-Grenze; es bleibt technisch bemerkenswert und bekommt am Artikelende eine Erwähnung außerhalb des Budgets.
Vier Kriterien haben die Auswahl geleitet. Zuerst die Latenz: Sie ist das Ausschlusskriterium. Ein System über 10 ms spürt man unter den Fingern; alle drei Modelle geben an, unter 6 ms zu bleiben. Dann die Laufzeit, denn ein leerer Sender mitten im Set ist das Worst-Case-Szenario des Funkbetriebs. Die Verbindungszuverlässigkeit unter realen Bedingungen, wie sie aus Rückmeldungen von Bandmusikern hervorgeht, die in Räumen spielen, in denen das 2,4-GHz-Band ohnehin voll ist. Und schließlich das Preis-Leistungs-Verhältnis: Unter 150 € muss sich jeder Euro rechtfertigen.
Alle ausgewählten Systeme sind digital, arbeiten anmeldefrei (anders als professionelle UHF-Systeme) und werden direkt in die Gitarre gesteckt, ohne Taschensender am Gürtel.
NUX B-5RC: unsere Empfehlung
Das B-5RC übernimmt eine ganz einfache Idee von True-Wireless-Kopfhörern: ein Ladeetui. Sender und Empfänger werden darin verstaut und geladen, und das Etui trägt seinen eigenen Akku, gut für rund drei volle Ladungen — insgesamt also ≈ 15 Stunden Reserve. Die Laufzeit des Senders allein, etwa 4 Stunden, liegt im unteren Mittelfeld der Kategorie; mit dem Etui in der Konzerttasche verschwindet die Akkufrage in der Praxis jedoch. Genau das bringt ihm den ersten Platz ein: Kein Konkurrent in diesem Vergleich bietet diesen Komfort.
Der Rest des Datenblatts ist solide: 2,4-GHz-Band mit automatischer Kopplung, ein drehbarer Stecker, der sich geraden wie schrägen Buchsen anpasst, eine angegebene Reichweite von 30 Metern und eine angegebene Latenz unter 5 ms, beim Spielen nicht wahrnehmbar. Den Nutzerrückmeldungen zufolge ist die Verbindung im Proberaum und auf kleinen Bühnen stabil, und die Verarbeitungsqualität liegt über dem, was der Preis befürchten lässt.
Für wen? Für Gitarristen, die Proben und kleine Konzerte aneinanderreihen und nie mit leerem Akku dastehen wollen. Nicht für? Für alle, die nur zu Hause neben der Steckdose spielen: Dann verliert das Etui seinen Sinn.
Xvive U2: der sichere Wert
Das U2 ist der Veteran dieser Auswahl: seit Jahren am Markt, in Zehntausenden Exemplaren verkauft, mit einem insgesamt positiven Nutzerkonsens, der es zum sicheren Wert der Kategorie macht. Es hat das kompakteste Format im Vergleich, und sein um 220° drehbarer Klinkenstecker lässt es in fast jede Buchse passen, auch in versenkte Buchsen, die voluminösen Sendern Probleme bereiten.
Das Datenblatt nennt 5 ms Latenz, 4 manuell wählbare Kanäle und eine Reichweite von rund 21 Metern auf Sicht (Herstellerangabe). Die manuelle Kanalwahl ist zweischneidig: kein automatischer Wechsel bei Störungen, dafür die Möglichkeit, selbst einen freien Kanal zu wählen — was im Proberaum und auf kleinen Bühnen laut Nutzerrückmeldungen genügt.
Seine Hauptgrenze ist die Laufzeit: rund 5 Stunden, ohne Ladeetui oder Dock. Man muss vor dem Spielen ans Laden denken, und beide Einheiten werden per Kabel geladen. Beachte außerdem, dass in den Nutzerrückmeldungen Vorbehalte bei Gitarren mit aktiver Elektronik dokumentiert sind. Zu einem Preis, der dem des NUX B-5RC inzwischen sehr nahekommt, wählt man es eher wegen der bewährten Zuverlässigkeit als wegen des Preises.
Für wen? Für pragmatische Gitarristen, die ein kompaktes System mit langer Zuverlässigkeitshistorie wollen. Nicht für? Für lange Spieltage ohne Steckdose und für Instrumente mit aktiven Tonabnehmern.
Harley Benton AirBorne 5.8GHz Instrument: bestes Budget
Für rund 49 € ist das AirBorne 5.8GHz Instrument die günstigste Eintrittskarte in den ernstzunehmenden Funkbetrieb — und es hat ein technisches Argument, das den anderen beiden fehlt: das 5,8-GHz-Band. Dieses Spektrum ist deutlich weniger belegt als 2,4 GHz, das von WLAN, Bluetooth und den Funksystemen der anderen Musiker beansprucht wird. In einem vollen Saal ist das auf dem Papier ein echter Vorteil.
Die Kehrseite ist physikalisch: Je höher die Frequenz, desto schlechter durchdringen die Wellen Hindernisse. Die angegebenen 35 Meter im Freifeld schrumpfen schnell, sobald eine Wand, eine Menschenmenge oder dein eigener Körper zwischen Sender und Empfänger gerät. In der Praxis ist die Verbindung laut Nutzerrückmeldungen im Proberaum und zu Hause stabil — halte den Empfänger aber in Sichtlinie zum Sender.
Das Datenblatt nennt eine Latenz unter 5,6 ms, 4 Kanäle, einen um 225° drehbaren Stecker und rund 4 Stunden Laufzeit aus einem 450-mAh-Akku. Achtung auf eine ausdrückliche Einschränkung im Thomann-Datenblatt: Das System ist nicht mit aktiven Tonabnehmern kompatibel. Um den Komfort des kabellosen Spielens kennenzulernen, bevor man mehr investiert, geht es kaum günstiger.
Für wen? Für Neugierige, die den Funkbetrieb ohne finanzielles Risiko ausprobieren wollen, oder als zweites System zur Sicherheit. Nicht für? Für Instrumente mit aktiver Elektronik und für regelmäßige Bühnenauftritte mit Gängen ins Publikum: Dort wird die Hindernisempfindlichkeit von 5,8 GHz zum Handicap.
Die Erwähnung außerhalb des Budgets: Boss WL-20
Mit rund 184 € bei Thomann sprengt das WL-20 die Obergrenze dieses Vergleichs, bleibt auf dem Papier aber das beste Funksystem für den Endverbraucher. Seine Latenz von 2,3 ms ist etwa halb so lang wie die unserer drei Empfehlungen, die angegebene Laufzeit erreicht ≈ 12 Stunden beim Sender und ≈ 7 Stunden beim Empfänger, bei rund 15 Metern Reichweite. Sein eigentliches Argument ist die Kabelsimulation: Die Nachbildung der Kapazität eines 3-Meter-Kabels stellt jenen „eingesteckten“ Klang wieder her, den der hellere Funkbetrieb verliert. Den Nutzerrückmeldungen zufolge ist der Unterschied subtil, aber real, besonders bei Singlecoils. Wenn dein Budget über 150 € hinausreicht, solltest du es dir ansehen; für aktive Elektronik verweist Boss auf das WL-20L, die Variante ohne Kabelsimulation.
2,4 GHz oder 5,8 GHz: was du vor dem Kauf wissen solltest
Das 2,4-GHz-Band ist im Saal schnell überfüllt. Es ist das Band von WLAN, Bluetooth und den meisten bezahlbaren Funksystemen. An einem Konzertabend kann es zwischen den Smartphones des Publikums, dem Router der Bar und den Systemen der anderen Bands eng werden. Systeme mit wählbaren Kanälen (NUX B-5RC, Xvive U2) erlauben die Wahl eines freien Kanals; die 5,8 GHz des AirBorne umgehen das Problem, vertragen aber Hindernisse schlecht.
In manchen Fällen bleibt ein Kabel die bessere Wahl. Bei Studioaufnahmen beseitigt ein gutes Kabel jede Frage nach Latenz, Akku und Störungen. Dasselbe gilt, wenn du zu Hause zwei Meter vom Verstärker entfernt sitzt: Funk bringt dann nur Akkus zum Laden. Funk lohnt sich, sobald du dich bewegst: Bühne, Probe im Stehen, oder einfach die Lust, deinen Sound vom hinteren Ende des Raums zu hören — nach wie vor die beste Art, einen Verstärker einzustellen.
Prüf deine Klinkenbuchse. Die Sender werden direkt in die Gitarre gesteckt: Versenkte Buchsen (Telecaster-Art oder Stratocaster-Schalen) und schräge Buchsen können voluminösen Sendern im Weg sein. Dreh- oder schwenkbare Stecker (Xvive U2, NUX B-5RC, AirBorne) sind am umgänglichsten.
Aktive Elektronik: lies das Datenblatt. Nicht jedes System akzeptiert aktive Tonabnehmer: Das AirBorne 5.8GHz schließt sie ausdrücklich aus, für das Xvive U2 sind Vorbehalte dokumentiert, und Boss widmet diesem Einsatz das WL-20L.
Fazit
Für die meisten Gitarristen ist das NUX B-5RC die sicherste Wahl unter 150 €: nicht wahrnehmbare Latenz, komfortable Reichweite und ein Ladeetui, das das eigentliche Alltagsproblem des Funkbetriebs löst. Das Xvive U2 rechtfertigt sich, wenn du ein besonders kompaktes Format und eine mehrjährige Zuverlässigkeitshistorie bevorzugst — vorausgesetzt, du arrangierst dich mit dem Laden per Kabel. Und um den Funkbetrieb ohne großen Einsatz kennenzulernen, erledigt das Harley Benton AirBorne 5.8GHz die Arbeit zu Hause und im Proberaum, solange deine Tonabnehmer passiv sind und der Empfänger in Sichtlinie bleibt. Reicht das Budget über die Grenze hinaus, bleibt das Boss WL-20 die technische Referenz der Kategorie.
Artikel veröffentlicht am 14. April 2026, aktualisiert am 18. August 2026. Die Preise sind Richtwerte, wie bei Thomann gesehen, und können sich ändern.
Häufige Fragen
Verschlechtert ein Funksystem den Gitarrenklang?
Nein, bei aktuellen Digitalsystemen nicht: Das Signal wird ohne hörbare Kompression übertragen. Paradoxerweise kann Funk heller klingen als ein langes Kabel, das Höhen dämpft. Deshalb hat das Boss WL-20 eine Kabelsimulation für 3 Meter eingebaut, die diese natürliche Dämpfung wiederherstellt.
Welche Latenz ist beim kabellosen Gitarrespielen akzeptabel?
Unter 6 ms ist die Latenz für praktisch alle Gitarristen nicht wahrnehmbar: Sie entspricht dem Schall, der etwa zwei Meter durch die Luft läuft. Ab 10 ms kann ein Versatzgefühl entstehen. Alle drei Systeme dieses Vergleichs bleiben laut Datenblatt unter 6 ms.
Funktioniert ein Gitarren-Funksystem auch mit Bass oder aktiver Gitarre?
Nicht immer: Prüf vor dem Kauf das Datenblatt. Das Harley Benton AirBorne 5.8GHz wird ausdrücklich als nicht kompatibel mit aktiven Tonabnehmern geführt, und für das Xvive U2 sind Vorbehalte dokumentiert. Boss empfiehlt für aktive Elektronik das WL-20L, die Variante ohne Kabelsimulation.
Wie lange hält der Akku eines Funksystems?
Kompakte Sender laufen rund 4 bis 5 Stunden pro Ladung, und ihre Lithium-Akkus vertragen mehrere Hundert Zyklen, also mehrere Jahre regelmäßiger Nutzung. Bei den meisten Modellen sind sie nicht austauschbar. Ein Ladeetui wie beim NUX B-5RC bringt rund drei mobile Ladungen und begrenzt Tiefentladungen.